Der Keller Tolkien liest vor Glǽmscribe Mathoms Neuigkeiten
Quenya Sindarin Telerin Qenya Gnomisch & Noldorin
Adûnaïsch Westron Khuzdul Schwarze Sprache Valarin
Altenglisch – Tolkien Altenglisch Mittelenglisch
Gotisch Altnordisch Finnisch Walisisch Latein
Njǫrðr und Skaði
Deutsch
Altnordisch
Runen

ᚽᛁᚿ ᚦᚱᛁᚦᛁ ᚭᛌ ᛁᚱ ᛌᛆ ᛁᛧ ᚴᛆᛚᛆᚦᛧ ᛁᛧ ᚿᛁᚭᚱᚦᛧ᛫ ᚽᚭᚿ ᛓᚢᛧ ᚭ ᚽᛁᛙᚿᛁ ᚦᛆᚱ ᛌᛁᛙ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ ᚿᚢᛆᛐᚢᚿ᛬ ᚽᚭᚿ ᚱᛆᚦᛧ ᚠᚢᚱᛁᚱ ᚴᚭᚴᚢ ᚢᛁᛐᛌ ᚢᚴ ᛌᛐᛁᛚᛁᛧ ᛌᛁᛆ ᚢᚴ ᛁᛚᛐ᛬ ᛆ ᚽᚭᚿ ᛌᚴᛆᛚ ᚽᛆᛁᛐᚭ ᛐᛁᛚ ᛌᛆᚠᛆᚱᚭ ᚢᚴ ᛐᛁᛚ ᚢᛆᛁᚦᚭ᛬ ᚽᚭᚿ ᛁᛧ ᛌᚢᛆ ᚭᚢᚦᛁᚽᛧ ᚢᚴ ᚠᛁᛌᛆᛚ ᛆᛐ ᚽᚭᚿ ᛙᛆ ᚴᛁᚠᚭ ᚦᛆᛁᛙ ᚭᚢᚦ ᛚᚭᛐᛆ ᛁᚦᛆ ᛚᚭᚢᛌᛆᚠᛁᛆᛧ ᛁᛧ ᛆ ᚽᚭᚿ ᚽᛆᛁᛐᚭ ᛐᛁᛚ ᚦᛁᛌ᛬ ᛆᛁᚽᛁ ᛁᛧ ᚿᛁᚭᚱᚦᚱ ᚭᛌᛆ ᛆᛐᛆᛧ᛬ ᚽᚭᚿ ᚢᛆᛧ ᚢᛓ ᚠᚢᛐᛧ ᛁ ᚢᚭᚿᛆᚽᛆᛁᛙᚢᛙ᛫ ᛁᚿ ᚢᚭᚿᛁᛧ ᚴᛁᛌᛚᚢᚦᚢ ᚽᚭᚿ ᚴᚢᚦᚢᚿᚢᛙ ᚢᚴ ᛐᚢᚴᚢ ᛁ ᛙᚢᛐ ᛆᛐ ᚭᛌᛆ ᚴᛁᛌᛚᛁᚴᚢ ᚦᚭᚿ ᛁᛧ ᚽᚢᚿᛁᛧ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ᛬ ᚽᚭᚿ ᚢᛆᚱᚦ ᛆᛐ ᛌᛆᛐ ᛙᛁᚦ ᚴᚢᚦᚢᚿᚢᛙ ᚢᚴ ᚢᚭᚿᚢᛙ᛬
Hinn þriði áss er sá er kallaðr er Njǫrðr, hann býr á himni þar sem heitir Nóatún. Hann ræðr fyrir gǫngu vinds ok stillir sjá ok eld. Á hann skal heita til sæfara ok til veiða. Hann er svá auðigr ok fésæll at hann má gefa þeim auð landa eða lausafjár er á hann heita til þess. Eigi er Njǫrðr ása ættar. Hann var upp fœddr í Vanaheimum, en vanir gísluðu hann goðunum ok tóku í mót at ása gíslingu þann er Hœnir heitir. Hann varð at sætt með goðunum ok vǫnum.
Der dritte Ase ist Njǫrðr genannt, er bewohnt im Himmel die Stätte, welche Nóatún heißt. Er beherscht den Gang des Windes und stillt Meer und Feuer; ihn ruft man zur See und bei der Fischerei an. Er ist so reich und vermögend, dass er allen, welche ihn darum anrufen, Gut, liegendes sowohl als fahrendes, gewähren mag. Er ward in Wanaheim erzogen, und die Wanen gaben ihn den Göttern zum Geisel und nahmen dafür von den Asen zum Geisel den Hönir: so verglichen sich durch ihn die Götter mit den Wanen.
ᚿᛁᚭᚱᚦᛧ ᛆ ᚦᛆ ᚴᚢᚿᚢ᛫ ᛁᛧ ᛌᚴᛆᚦᛁ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ᛫ ᛐᚢᛐᛁᛧ ᚦᛁᛆᛐᛌᛆ ᛁᚭᛐᚢᚿᛌ᛬ ᛌᚴᛆᚦᛁ ᚢᛁᛚ ᚽᛆᚠᚭ ᛓᚢᛌᛐᛆᚦ ᚦᚭᚿ᛫ ᛁᛧ ᛆᛐ ᚽᛆᚠᚦᛁ ᚠᛆᚦᛁᚱ ᚽᛁᚿᛆᛧ᛫ ᚦᛆᛐ ᛁᛧ ᚭ ᚠᛁᚭᛚᚢᛙ ᚿᚭᚴᚢᛧᚢᛙ᛫ ᚦᛆᚱ ᛌᛁᛙ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ ᚦᚱᚢᛙᚽᛆᛁᛙᛧ᛫ ᛁᚿ ᚿᛁᚭᚱᚦᛧ ᚢᛁᛚ ᚢᛁᛧᚭ ᚿᛆᚱ ᛌᛆ᛬ ᚦᚭᚢ ᛌᛆᛐᚢᛌᛐ ᚭ ᚦᛆᛐ᛫ ᛆᛐ ᚦᚭᚢ ᛌᚴᚢᛚᛐᚢ ᚢᛁᛧᚭ ᚿᛁᚢ ᚿᛆᛐᛧ ᛁ ᚦᚱᚢᛙᚽᛆᛁᛙᛁ᛫ ᛁᚿ ᚦᛆ ᛆᚦᚱᛆᛧ ᚦᚱᛁᛆᛧ ᛆᛐ ᚿᚢᛆᛐᚢᚿᚢᛙ᛬ ᛁᚿ ᛁᛧ ᚿᛁᚭᚱᚦᛧ ᚴᚢᛙ ᛆᚠᛐᛧ ᛐᛁᛚ ᚿᚢᛆᛐᚢᚿᛆ ᛆᚠ ᚠᛁᛆᛚᛁᚿᚢ᛫ ᚦᛆ ᚴᚢᛆᚦ ᚽᚭᚿ ᚦᛁᛐᛆ᛬
Njǫrðr á þá konu, er Skaði heitir, dóttir Þjaza jǫtuns. Skaði vill hafa bústað þann, er átt hafði faðir hennar, þat er á fjǫllum nǫkkurum, þar sem heitir Þrymheimr, en Njǫrðr vill vera nær sæ. Þau sættust á þat, at þau skyldu vera níu nætr í Þrymheimi, en þá aðrar þrjár at Nóatúnum. En er Njǫrðr kom aptr til Nóatúna af fjallinu, þá kvað hann þetta:
Njǫrðs Frau heißt Skaði und ist die Tochter des Riesen Þjazi. Skaði wollte wohnen, wo ihr Vater gewohnt hatte, nämlich auf den Felsen in Þrymheimr; aber Njǫrðr wollte sich bei der See aufhalten. Da verglichen sie sich dahin, dass sie neun Nächte in Þrymheimr und dann drei in Nóatún sein wollten. Aber da Njǫrðr von den Bergen nach Nóatún zurück kam, sang er:
ᛚᛆᛁᚦ ᛁᛧᚢᛙᚴ ᚠᛁᚭᛚ᛫
ᚢᛆᚱᚴᛆ ᛁᚴ ᛚᛁᚴᛁ ᚭ᛫
ᚿᛆᛐᛧ ᛆᛁᚿᛆᛧ ᚿᛁᚢ᛫
ᚢᛚᚠᛆ ᚦᚢᛐᛧ
ᛙᛁᛧ ᚦᚢᛐᛁ ᛁᛚᛧ ᚢᛁᛧᚭ
ᚽᛁᛆ ᛌᚭᚴᚢᛁ ᛌᚢᚭᚿᛆ᛬
Leið erumk fjǫll,
varka ek lengi á,
nætr einar níu;
ulfa þytr
mér þótti illr vera
hjá sǫngvi svana.
Leid sind mir die Berge;
Nicht lange war ich dort,
Nur neun Nächte.
Der Wölfe Heulen
Dauchte mich widrig
Gegen der Schwäne Singen.
ᚦᚭ ᚴᚢᛆᚦ ᛌᚴᛆᚦᛁ ᚦᛁᛐᛆ᛬
Þá kvað Skaði þetta:
Aber Skaði sang:
ᛌᚢᚠᚭ ᛁᚴ ᚿᛁ ᛙᛆᛐᛆᚴ
ᛌᛆᚢᛆᛧ ᛓᛁᚦᛁᚢᛙ ᚭ
ᚠᚢᚽᛚᛌ ᛁᛆᚱᛙᛁ ᚠᚢᚱᛁᚱ᛫
ᛌᛆ ᛙᛁᚴ ᚢᛁᚴᛧ᛫
ᛁᛧ ᛆᚠ ᚢᛁᚦᛁ ᚴᛁᛙᛧ᛫
ᛙᚢᚱᚽᚢᚿ ᚽᚢᛁᚱᛁᚭᚿ ᛙᛆᛧ᛬
Sofa ek né máttak
sævar beðjum á
fugls jarmi fyrir;
sá mik vekr,
er af víði kemr,
morgun hverjan már.
Nicht schlafen konnt ich
Am Ufer der See
Vor der Vögel Lärm;
Da weckte mich
Vom Wasser kommend
Jeden Morgen die Möwe.
ᚦᚭ ᚠᚢᚱ ᛌᚴᛆᚦᛁ ᚢᛓ ᚭ ᚠᛁᛆᛚᛁᛐ ᚢᚴ ᛓᚢᚽᚦᛁ ᛁ ᚦᚱᚢᛙᚽᛆᛁᛙᛁ᛫ ᚢᚴ ᚠᛁᚱ ᚽᚢᚿ ᛙᛁᚭᚴ ᚭ ᛌᚴᛁᚦᚢᛙ ᚢᚴ ᛙᛁᚦ ᛓᚢᚽᚭ ᚢᚴ ᛌᚴᚢᛐᛧ ᛐᚢᛧ᛬ ᚽᚢᚿ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ ᚭᛐᚢᛧᚽᚢᚦ ᛁᚦᛆ ᚭᛐᚢᛧᛐᛁᛌ᛬ ᛌᚢᛆ ᛁᛧ ᛌᛆᚽᛐ᛬
Þá fór Skaði upp á fjallit ok bygði í Þrymheimi, ok ferr hon mjǫk á skíðum ok með boga ok skýtr dýr. Hon heitir Ǫndurguð eða Ǫndurdís. Svá er sagt:
Da zog Skaði nach den Bergen und wohnte in Þrymheimr. Da jagt sie oft auf Schrittschuhen mit ihrem Bogen nach Tieren. Sie heißt (nach den Schrittschuhen) Ǫndurguð oder Ǫndurdís. Von ihr heißt es:
ᚦᚱᚢᛙᚽᛆᛁᛙᛧ ᚽᛆᛁᛐᛁᛧ
ᛁᚱ ᚦᛁᛆᛐᛌᛁ ᛓᛁᚢ᛫
ᛌᛆ ᚽᛁᚿ ᚭᛙᛆᛐᚴᛁ ᛁᚭᛐᚢᚿ᛫
ᛁᚿ ᚿᚢ ᛌᚴᛆᚦᛁ ᛓᚢᚴᚢᛁᛧ
ᛌᚴᛁᚱ ᛓᚱᚢᚦᛧ ᚴᚢᚦᛆ
ᚠᚢᚱᚿᛆᛧ ᛐᚢᚠᛐᛁᛧ ᚠᚭᚦᚢᚱ᛬
Þrymheimr heitir
er Þjazi bjó,
sá hinn ámátki jǫtunn,
en nú Skaði byggvir
skír brúðr guða
fornar toptir fǫður.
Þrymheimr heißt die sechste,
Wo Þjazi hauste,
Jener mächtige Jote;
Nun bewohnt Skaði,
Die scheue Götterbraut,
Des Vaters alte Feste.

Kommentar
Die Prosa-Edda oder Jüngere Edda wurde um 1220 von Snorri Sturluson verfasst, dem größten isländischen Schriftsteller des Mittelaters. Sie ist zugleich eine Poetik zur Bewahrung der Dichtkunst der Skalden und ein Kompendium der nordischen Mythologie. Sie besteht aus drei großen Teilen: die Gylfaginning („Gylfis Täuschung“), ein Abriss der nordischen Mythen, die Skáldskaparmál („Sprache der Dichtkunst“), eine Erfassung und Erklärung der Metaphern und Umschreibunge der Skaldendichtung, und das Háttatal („Verzeichnis der Versformen“), eine praktische Verslehre mit Beispiele.

Wir legen hier das Kapitel 23 der Gylfaginning vor. Die Unvereinbarkeit der Charaktere von Njǫrðr und Skaði und ihre unabwendbare Scheidung hat Tolkien für die Geschichte von Aldarion und Erendis in den Nachrichten aus Mittelerde sicher inspiriert. Danke Anouck Faure für die Aufnahme von Skaðis Strophe!

Die Prosa-Edda wurde uns durch drei Manuskripte vermittelt. Der hier vorliegende Text folgt im Wesentlichen der Fassung im Codex Regius. Die Übersetzung ist von Karl Simrock. Wir haben aber den Namen ihre Form nach der genormte Schreibweise des Altnordischen gegeben.

Der Text wird in germanische Runen oder Furthark umgeschrieben, aus der jüngeren Futhark Runenreihe, die in Skandinavien vom 9. bis zum 12. Jahrhundert gebraucht wurden. Sie sind hier „Kurzzweigrunen“, die man auch „Rökrunen“ oder (eher fälschlich) „schwedische“ oder „norwegische Runen“ nennt. Wir haben die Schriftart Pfeffer Mediæval von Robert Pfeffer verwandt.  Modus in Glaemscribe öffnen

Quellenangabe
Björnsson, Eysteinn. Jörmungrund. 🌍 Internet Archive.
Die Edda. Übersetzung von Karl Joseph Simrock. Stuttgart: Verlag der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, 1876. 🌍 Wikisource.
Tolkien, John Ronald Reuel. Unfinished Tales of Númenor and Middle-earth. Edited by Christopher Tolkien. London: HarperCollins, 1998. 611 p. ISBN 0-261-10362-8.
Tolkien, John Ronald Reuel. Nachrichten aus Mittelerde: mit Einleitung, Kommentar, Register und Karten. Herausgabe von Christopher Tolkien. Übersetzung von Hans Jürgen Schütz. Stuttgart: Klett-Cotta, 1999. 603 S. ISBN 3-608-93527-4.

Die Werke von John Ronald Reuel und Christopher Tolkien unterliegen dem Urheberrecht ihrer Autoren oder Rechtsnachfolger, darunter ihrer Verlage und des Tolkien Estate.
Zitate von anderen Autoren, Herausgebern und Übersetzern, die in der Bibliographie stehen, unterliegen dem Urheberrecht ihrer Autoren oder Rechtsnachfolger, wenn die Regelschutzfrist nicht abgelaufen ist.
Letzte Aktualisierung der Website: 30. Juli 2019. Kontakt: