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Markirya
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Quenya
Tengwar

   
Man cenuva fána cirya
Wer wird ein weißes Schiff
   ⸱
métima hrestallo círa,
vom letzten Stand segeln sehen,
  
i fairi néce
mit verschwommenen Spuken
 
ringa súmaryasse
in seinem kalten Busen
   
ve maiwi yaimie?
wie jammernde Möwen?



    ⸱
Man tiruva fána cirya,
Wer wird ein weißes Schiff betrachten,
  ⸱
wilwarin wilwa,
wie einen flatternden Schmetterling

ear-celumessen
im Seeflut
 
rámainen elvie
mit Flügeln wie Sterne,
  ⸱
ear falastala,
wenn die See schäumt,
 
winga hlápula
die Gischt umfliegt,
  ⸱
rámar sisílala,
die Flügel flackern,
  
cále fifírula?
das Licht langsam vergeht?



   
Man hlaruva rávea súre
Wer wird den brausenden Wind hören,
   ⸱
ve tauri lillassie,
wie zahlreichen Waldblätter,
  
ninqui carcar yarra
wenn die weißen Felsen knurren
  ⸱
isilme ilcalasse,
das Mondlicht glänzt,
  ⸱
isilme pícalasse,
das Mondlicht schwindet,
 
isilme lantalasse
das Mondlicht ausgeht,
  ⸱
ve loicolícuma;
wie ein Irrlicht [ausgeht],
  ⸱
raumo nurrua,
der Sturm grollt,
  
undume rúma?
der Abgrund bebt?



   
Man cenuva lumbor ahosta
Wer wird die Wolken zusammenkommen sehen,
 
Menel acúna
der Himmel sich
  ⸱
ruxal’ ambonnar,
über zusammenbrechenden Hügeln krümmen,
  ⸱
ear amortala,
wenn die See sich erhebt,
  ⸱
undume hácala,
der Abgrund gähnt,
 
enwina lúme
die alte Finsternis
 
elenillor pella
jenseits der Sterne

talta-taltala
über zerfallenen hohen Türmen
  
atalantea mindonnar?
abrutscht und abstürzt?



   
Man tiruva rácina cirya
Wer wird ein gebrochenes Schiff betrachten,
 
ondolisse morne
wenn auf vielen schwarzen Felsen
   ⸱
nu fanyare rúcina,
unter einem zerbrochenen Himmel
  
anar púrea tihta
eine verbleichte Sonne
 
axor ilcalannar
auf glänzenden Knochen blinkt
  
métim’ auresse?
am letzten Morgengrauen?



    
Man cenuva métim’ andúne?
Wer wird den letzten Abend sehen?

Kommentar
„Markirya“ ist der Name, den unserem längsten Quenya Text von Tolkien oft gegeben wird. Es ist eine stark umgearbeitete Fassung von Gedichten, die Tolkien mehrere Jahre früher geschrieben hatte. Diese hatte er Oilima Markirya „Die letzte Arche“ betitelt; die letzte Fassung, die wir hier vorlegen, hat keinen Titel. Das Wort oilima scheint in dieser Phase von Quenya nicht mehr gültig, stattdessen findet man métima. Das Wort markirya besteht dagegen aus den Einheiten mar „Wohnung, Heim“ und cirya „Schiff“, die beide in Quenya gut bestätigt sind, so dass es auch zu dieser später Zeit gültig sein könnte; daher wird dieses Gedicht oft apokryphen aber praktisch „Markirya“ betitelt. Es gibt zwei Fassungen; die zweite wurde als Anfügung dem Aufsatz Ein heimliches Laster in der Sammlung Die Ungeheuer und ihre Kritiker veröffentlicht. Wir verfügen auch über die Unterschiede mit der erster Fassung, Tolkiens letzte Korrekturen und einen Wortschatz.

Hier legen wir die zweite Fassung mit Tolkiens letzte Korrekturen vor. Wir haben die Schreibung bearbeitet, um sie zum Brauch in dem Herrn der Ringe anzunähern - mit Ausnahme von dem Trema, das wir völlig weggelassen haben (da Quenya es als ein ausschließlich grafisches Zeichen benutzt, nur um den Englischsprachigen die richtige Aussprache anzudeuten). Wie haben zwei übliche Korrekturen in der ersten Zeile angenommen: men wird man and fáne wird fána. Man kann diese Wörter in anderen Quenya Quellen wiederfinden und feststellen, dass wir hier tatsächlich Fehler haben. Unsere deutsche Übersetzung beruht auf Édouard Kloczkos Deutung der zweiten Fassung, die er nach Tolkiens Übersetzung der ersten Fassung un Wortschatz zusammengesetzt hat.

Der Text wird in Tengwar oder „Buchstaben von Fëanor“ nach dem klassichen Quenya-Modus umgeschrieben, den Tolkien im Anhang E des Herrn der Ringe beschrieben und zum Beispiel im Namarië-Manuskript in The Road Goes Ever On S. 65 veranschaulicht hat. Wir haben die Schriftart Tengwar Annatar von Johan Winge verwandt.  Modus in Glaemscribe öffnen

Quellenangabe
Tolkien, John Ronald Reuel. The Monsters and the Critics and Other Essays. Edited by Christopher Tolkien. London: HarperCollins, 2006. 256 p. ISBN 0-261-10263-X.
Tolkien, John Ronald Reuel. Die Ungeheuer und ihre Kritiker: gesammelte Aufsätze. Herausgabe von Christopher Tolkien. Übersetzung von Wolfgang Krege. Stuttgart: Klett-Cotta, 1987. 262 S. ISBN 3-608-95257-8.
Kloczko, Édouard. Dictionnaire des langues elfiques, volume 1 : Dictionnaire Quenya-Français-Anglais. Toulon : Tamise productions, 1995. 214 p. (Encyclopédie de la Terre du Milieu; 1). ISBN 2-910681-03-3.

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Letzte Aktualisierung der Website: 30. Juli 2019. Kontakt: