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Oure Fadir
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Mittelenglisch
Handschrift

Oure fadir that art in heuenes,
Oure fadir that art in heuenes,
Vater unser im Himmel,
halwid be thi name;
halwid be thi name;
geheiligt werde dein Name.
thi kyngdom cumme to;
thi kyngdom cumme to;
Dein Reich komme.
be thi wille don
be thi wille don
Dein Wille geschehe,
as in heuen and in erthe;
as in heuen and in erthe;
wie im Himmel, so auf Erden.
ȝif to vs this day oure breed ouer other substance;
ȝif to vs this day oure breed ouer other substance;
Unser tägliches Brot gib uns heute.
and forȝeue to vs oure dettis,
and forȝeue to vs oure dettis,
Und vergib uns unsere Schuld,
as we forȝeuen to oure dettours;
as we forȝeuen to oure dettours;
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
and leede vs nat in to temptacioun,
and leede vs nat in to temptacioun,
Und führe uns nicht in Versuchung,
but delyuere vs fro yuel.
but delyuere vs fro yuel.
sondern erlöse uns von dem Bösen.



Amen.
Amen.
Amen.

Kommentar
Diese mittelenglische Fassung des Pater noster kennt man durch die Wycliffe-Bibel, eine Menge von Bibelübersetzungen, die am Ende des 14. Jahrhunderts unter dem Einfluss von John Wycliffe (um 1331 – 1384) gemacht wurden. John Wycliffe war Theologe und unterrichtete an der Universität Oxford, bevor er aufgrund seiner Kritiken der Kirche entlassen wurde. Viele seiner Urteile deuten diese der Reformation an. Seine Lehre regte die Lollarden an, eine religiöse und soziale Protestbewegung von großer Bedeutung in England am Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts.

Die Übersetzung ist die gegenwärtige ökumenische Fassung des Gebets auf Deutsch.

Wie die deutsche Fassung folgt die Mittelenglische dem Matthäusevangelium und redet von Schulden und Schuldigern. Anderen Sprachen (unter denen Neuenglisch) folgen eher dem Lukasevangelium und erwähnen das Verzeihen von Übeltaten oder Sünden.

Die Textumschrift ist der gebrochenen Schrift ähnlich genug, die man Textura prescissa oder sine pedibus nennt. Charakteristisch fehlen Serife am niedrigen Ende der senkrechten Strichen. Dieser Stil entstand am Ende des 13. Jahrhunderts und verbreitete sich durch England im Spätmittelalter. Wir haben die Schriftart Pfeffer Simpelgotisch von Robert Pfeffer verwandt.

Quellenangabe
Stévanovitch, Colette. Manuel d’histoire de la langue anglaise des origines à nos jours. Paris : Ellipses, 1997. 159 p. ISBN 2-7298-4769-3.

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Letzte Aktualisierung der Website: 30. Juli 2019. Kontakt: